Diagnose Krebs: Allein mit Strahlentherapie zum Erfolg

Foto: (UKM/Wibberg): Ist nach Strahlen-therapie bisher rezidiv-frei: Dr. Harald Wünsche mit Univ.-Prof. Hans-Theodor Eich.
Zahnarzt Dr. Harald Wünsche aus Saerbeck ist nicht ganz so prominent wie Schauspieler Michael Douglas aus den USA. Was die beiden aber unglücklicherweise teilten, war die schwerwiegende Diagnose eines bösartigen Plattenepithelkarzinoms im Rachenraum. Normalerweise ist hier ein großflächiges Ausräumen des Tumors die Therapie der Wahl. Mit den entsprechenden Konsequenzen für die weitere Lebensqualität. Eine reine Strahlentherapie kann alternativ aber gute Erfolge erzielen. Bei Harald Wünsche und Michael Douglas hat das funktioniert.
ukm/aw

Dass Ärzte selbst schlechte Patienten sind, ist natürlich ein Vorurteil. Wahr ist aber, dass sie viel Detailwissen zu Erkrankungen, Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung haben. Das macht es sicher nicht einfacher, sich selbst in die Hände von Kollegen begeben zu müssen.  Zahnarzt Dr. Harald Wünsche jedenfalls war sich, als er die Diagnose eines großen und bereits metastasierten Plattenepithelkarzinoms im Bereich des gesamten Rachens erhielt, sicher, dass eine Operation für ihn nicht infrage käme. „Ich hatte in  meiner Studienzeit zum Zahnarzt zu viele Fälle gesehen, die mir in unguter Er-innerung geblieben waren“, sagt er.

Am Ende stellte sich diese Frage aber gar nicht, denn der Tumor war ohne-hin so groß, dass er nicht operabel war. „Betroffen waren die Mandeln, der Kehlkopf und auch die Ohrspeicheldrüsen. Außerdem gab es Metastasen in den Lymphknoten“, berichtet Univ.-Prof. Hans-Theodor Eich, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am UKM (Universitätsklinikum Münster). „Wir nennen so etwas wegen der Großräumigkeit auch einen ‚Zwei-bis-drei-Etagen‘-Tumor. Nach eingehender Beratung mit allen beteiligten Abteilungen in der Tumorkonferenz haben wir Herrn Wünsche daraufhin einen Therapieplan ausschließlich mit Bestrahlungen erstellt.“

Bei der sogenannten bildgeführten Strahlentherapie werden die Strahlen punktgenau dosiert und können ihre Wirksamkeit genau an der betroffenen Stelle im Gewebe entfalten. Gesteuert wird dies mit digitalem on-board-imaging, also Bildgebungsmöglichkeiten wie CT oder MRT, die direkt in das Bestrahlungsgerät integriert sind. So können die Behandler unmittelbar und tagesaktuell auf Veränderungen des Tumors reagieren: Das umliegende Ge-webe wird weniger belastet und Überdosierungen vermieden. „Die Strategie, die adaptive Radiotherapie zu nutzen, um die Strahlendosis direkt an Lage und Größe des Tumors auszurichten, hat zu verbesserten klinischen Ergebnissen geführt“, freut sich Eich. Bei Harald Wünsche wurde der Tumor innerhalb von sieben Wochen 40 Mal bestrahlt, bevor er komplett verschwunden war. „Wir konnten beobachten, dass er während dieser Zeit täglich kleiner wurde“, so Eich.

Wünsche selbst kämpfte gegen Ende der Therapiezeit mit Hautirritationen, Heiserkeit und Schluckbeschwerden. Deshalb musste ihm zur Ernährung eine Sonde (PEG) gelegt werden. Inzwischen aber hat sich das Gewebe im Hals- und Rachenbereich erholt und der Sechsundsechzigjährige kann wieder fast alles schlucken. Heute ist er seit vier Jahren rezidiv-frei und feiert in wenigen Tagen Geburtstag.

Interessierte Patienten können sich am Sonntag, 16. Juni 2019 von 09.00 bis 11.30 Uhr beim Patientensymposium über die neuesten (technischen) Entwicklungen in der Strahlentherapie informieren. Die Veranstaltung für Patienten findet im Rahmen der 25. Jahresta-gung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland statt. Kongresspräsident ist Univ.-Prof. Hans Eich. Weitere Informationen finden Sie hier.

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